Demeter
Zertifizierung
Produkte & Kennzeichnung
Um ein Demeter Logo zu bekommen, müssen Produkte mindestens 90 Prozent Demeter-Rohstoffe enthalten. Auch die Qualität möglicher weiterer Zutaten ist geregelt – diese müssen ebenfalls Bio-Vorgaben entsprechen. Außerdem muss in der Zutatenliste von Demeter-Produkten eine Volldeklaration erfolgen und die eingesetzte Qualität aller Zutaten angegeben werden.
Wofür steht Demeter?
Biodynamische Wirtschaftsweise
Demeter nimmt für sich in Anspruch Qualitätsführer im Bio-Bereich zu sein – mit höheren Standards als in der gesetzlich vorgeschriebenen EU-Bio-Verordnung. Das Stichwort bei Demeter lautet Biodynamische Wirtschaftsweise und Kreislaufwirtschaft. Doch zunächst zur Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. Diese geht auf Rudolf Steiner zurück – der begründete auch Anfang des 20. Jahrhunderts die Waldorfpädagogik und die anthroposophische Heilweise. Der Biodynamische Landbau sorgt für eine stetig wachsende Humusschicht – was laut Demeter durch unabhängige Forschung und den Vergleich konventioneller, biologisch-organischer Landwirtschaft mit biologisch-dynamischem Landbau herausgefunden werden konnte. Mit Bezug auf den Klimawandel soll dieser Humus Kohlendioxid binden und so dem Treibhauseffekt entgegenwirken.
Organisation
Ein Exkurs zu den Richtlinien von Demeter: Demeter Deutschland ist Teil einer internationalen Gemeinschaft und gehört zum Dachverband Biodynamic Federation – Demeter International. Die Richtlinien des Dachverbandes regeln die Mindestanforderungen für Erzeuger und die Verarbeitung von Produkten. Die jeweiligen Landesverbände können dann auch über die Mindestanforderungen hinausgehen.
Konzept & Umsetzung
Alleinstellungsmerkmale
Auf der Homepage von Demeter werden einige Alleinstellungsmerkmale aufgeführt. Neben der Gesamtumstellung von Betrieben hin zu einem lebendigen biologisch-dynamischen Organismus gehören dazu eine vorgeschriebene Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe in Kooperation mit Gemüse-, Obst- und Weinbaubetrieben für den Austausch von Futter und Mist sowie eine 100-prozentige Verwendung von Bio-Futter – wobei mindestens 70 Prozent in Demeter-Qualität und mindestens 50 Prozent vom eigenen Hof oder aus einer Betriebskooperation stammen muss.
Einblick in die Richtlinien
Anhand der Gesamtrichtlinie, welche als 146 Seiten langes PDF-Dokument von Demeter zur Verfügung gestellt wird, können detaillierte Kriterien eingesehen werden.
Beispielsweise sollten 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen eines Betriebs als Biodiversitätsflächen gepflegt werden. Ähnlich wie beim Futter muss auch das Saatgut vorrangig aus Demeter-Herkunft oder ökologischem Anbau stammen, wenn es zugekauft wird und es sind keine Hybridsorten erlaubt.
Auch der maximale Tierbestand ist pro Hektar bewirtschafteter Fläche auf maximal 112kg Stickstoff begrenzt – laut Website geht es Demeter hierbei darum, dass die für die Tiere benötigte Futtermenge selbst erzeugt und die anfallende Menge an Mist sinnvoll verwendet werden kann – ganz im Sinne eines Kreislaufs.
Was die Tierhaltung im Allgemeinen betrifft, hat Demeter Richtlinien für die Bestandsgrößen für Tiere in einzelnen Stallgebäuden. Wenn diese Bestandsgrößen erreicht werden, muss ein Abstand von 150 Metern zum nächsten Gebäude eingehalten werden – auch hierzu liefert Demeter eine Erklärung: das Bauen von industriellen Großanlagen soll so verhindert sowie Auslaufmöglichkeiten artgerecht gegeben werden.