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Ananas

AllgemeinesAnbaugebieteAnbau und ErnteProdukteSiegel  – NachhaltigkeitHerausforderungen

Allgemeines

Die Ananas erfreut sich aufgrund ihres süßen und aromatischen Geschmacks sowie ihrer Vitaminhaltigkeit (bereits eine halbe Ananas deckt den Vitamin-C-Bedarf eines erwachsenen Menschen) nach wie vor weltweiter Beliebtheit. Bereits vor über 4.000 Jahren wurde die strauchartige Pflanze von den Urvölkern Südamerikas in den Gebieten entlang des Amazonas angebaut. Dabei konnten, zusätzlich zum Verzehr der eigentlichen Frucht, andere Teile der Ananaspflanze für den Bogenbau verwendet werden. Botanisch gehört die Ananas comosus der Familie der Bromeliaceae (Bromeliengewächse) an, wobei der Begriff Ananas aus der Sprache Guarani stammt, die früher im zentralen Südamerika weit verbreitet war, und so viel wie „köstliche Frucht“ bedeutet.

Anbaugebiete

Die weltweite Ananasproduktion lag im Jahr 2022 laut der Food and Agriculture Organization (FAO) bei ca. 29,4 Millionen Tonnen. Ursprünglich stammt die Ananaspflanze aus den Tropen Südamerikas. Christoph Kolumbus brachte sie mit nach Europa, wo sie sich schnell großer Beliebtheit erfreute. Heute ist der Anbau von Ananas in den (sub-)tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas, Zentralafrikas und Südostasiens weit verbreitet. Als führende Erzeugerländer gelten Indonesien, die Philippinen, Costa Rica, China und Brasilien. In dieser Karte sind die Länder aufgeführt, die 2022 laut FAO die höchste Menge an Ananaserzeugnissen produziert haben. Zusätzlich sind Ghana und die Elfenbeinküste eingezeichnet, die zwar nicht unter den Top 10 der Erzeugerländer sind, aber dennoch eine wichtige Rolle spielen und in diesem Fall Afrika repräsentieren sollen.

Anbau und Ernte

Die idealen Voraussetzungen für den Anbau von Ananaspflanzen herrschen bei konstant hohen Temperaturen zwischen 23 und 30 Grad Celsius. Bereits bei unter 20 Grad Celsius nimmt das Wachstum deutlich ab, unter 15 Grad Celsius würde die Pflanze schnell absterben. Zudem sollte der durchschnittliche Jahresniederschlag im Optimalfall zwischen 1000 und 1500mm, und der pH-Wert des Bodens unter 5,5, also leicht sauer, liegen. Hierbei handelt es sich nur um die idealen Bedingungen, denn insgesamt ist die Ananas comosus deutlich weniger anspruchsvoll als viele andere Nutzpflanzen. Sie ist besonders hitze- und trockenresistent und kann nahezu auf jedem Boden angebaut werden. Wichtig ist nur, dass dieser über eine gute Wasserführung verfügt, damit sich keine Staunässe bilden kann. Meistens wird die Ananas in Form von großflächigen Monokulturen, unter hohem Pestizideinsatz, sowie der Verwendung von großen Maschinen kultiviert. Nach dem erstmaligen Anpflanzen können die Früchte nach ca. 14-16 Monaten geerntet werden. Danach werden zwar die Intervalle der Ernte kürzer, jedoch nimmt auch der Ertrag der Pflanze ziemlich schnell stark ab.

Produkte

Nach der Ernte werden die Ananasfrüchte gewaschen, selektiert, mit Fungiziden bearbeitet und anschließend für den Weitertransport gekühlt und verpackt. 80% des weltweit verfügbaren Ananasangebots sind bereits weiterverarbeitete Produkte wie zum Beispiel Ananassäfte, Marmeladen, Süßigkeiten und verschiedene Formen von Dosenananas. Ganze Früchte machen dementsprechend ca. ein Fünftel des weltweiten Angebots aus. Neben der Frucht können auch andere Teile der Pflanze verwendet werden, beispielsweise bestimmte Fasern der Pflanze zur Herstellung von Textilien, oder mikrokristalline Cellulose aus der Pflanze zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten.

Siegel

Die beiden am meisten vertretenen Siegel bei der Ananasproduktion sind das der Rainforest Alliance und Fairtrade. Die Produkte stammen dabei vor allem aus Costa Rica sowie aus Teilen Afrikas (meist Ghana oder Elfenbeinküste). Diese Siegel sollen dabei den Kleinbauernkooperativen stabilere Preise und langfristige Handelsbeziehungen garantieren. Zudem stehen diese Siegel für bessere Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt einen höheren Umweltschutz als beim konventionellen Anbau.

Nachhaltigkeit

Um der zunehmenden Waldrodung entgegenzutreten, werden weltweit Projekte ins Leben gerufen, bei denen Ananas zusammen mit anderen Pflanzen in sogenannten Agroforstsystemen angebaut wird. Die Ananaspflanze kann beispielsweise sehr gut unter Cashew- oder Mangobäumen angebaut und kultiviert werden, da sie auch im Schatten ohne Probleme wächst. Gegen die hohe Bodenerosion auf Ananasplantagen kann eine schützende Mulchschicht Abhilfe leisten. Besonders für kleinere Farmer ist es erstrebenswert, eine abwechselnde Fruchtfolge zu pflegen, die im Idealfall noch in ein hofeigenes Kreislaufsystem eingebunden ist. So könnte man zum Beispiel abwechselnd Ananaspflanzen und Futterpflanzen für Tiere anbauen, welche wiederum für den eigenen Hofbedarf verwendet werden. So wird der Boden länger fruchtbar bleiben, die Artenvielfalt in der Umgebung gefördert und gleichzeitig möglichst umweltschonend Landwirtschaft betrieben.

Herausforderungen

Ananaspflanzen werden zumeist in großflächigen Monokulturen angebaut. Oftmals werden bestehende Waldvorkommen abgeholzt, um solche zusammenhängenden ebenen Flächen für die Landwirtschaft zu erhalten. Zudem ist die Ananaspflanze zwar in Bezug auf Bodenverhältnisse und Temperaturresistenz relativ anspruchslos, jedoch benötigt sie einen hohen Einsatz von Pestiziden. Costa Rica, eines der Hauptanbauländer der Erde, ist weltweit führend im Einsatz von solchen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Neben der daraus resultierenden Verschlechterung der Bodenqualität verseucht der Einsatz von Pestiziden zudem das Grundwasser und durch die hohe Bodenerosion auf Ananasplantagen kann verschmutztes Wasser leicht in umliegende Gewässer gelangen und dort weiteren Schaden anrichten. Auch Arbeitskräfte können bei Nichtberücksichtigung der gängigen Vorschriften unter diesen Umständen leiden. Diese Gefahr besteht beispielsweise ebenfalls in Costa Rica, da besonders im Norden des Landes oft illegale Arbeitsmigranten aus Nicaragua unter schlechten Bedingungen auf den Ananasplantagen arbeiten. Nach der Ananasernte werden alte Pflanzenreste oftmals verbrannt, um die Ausbreitung von Fliegen und anderen Schädlingen einzudämmen, die ansonsten zum Problem für im Umkreis liegende Farmer werden könnten. Diese Prozedur setzt wiederum für die umweltschädliche Treibhausgase frei.